Peter Landerl

Die eine Art zu sein

Roman

Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten
Preis: € 19,90
ISBN 978-3-902866-04-2

Die eine Art zu sein ist ein leiser Entwicklungsroman, eine Chronik, die Geschichte eines Trauernden. Ein eigensinniger Aussteiger übernimmt nach dem Verlust seiner Freundin Haus und Hof seines Onkels im kargen oberösterreichischen Alpenvorland. In einem Tagebuch notiert er seine Beobachtungen, Spaziergänge, die Arbeit am Haus, Lektüre, was viel aussagt über seine fragile Existenz, die immer davon bedroht ist sich in Nichts aufzulösen. Fiktionalität und Realität laufen darin auf das Leben zu wie Bruder und Schwester, Hand in Hand. Die Geschwindigkeit wird so lange reduziert, bis die Geschichte stehen bleibt, ihren Nullpunkt findet und in ihm ruhen bleibt. Die Aufzeichnungen beginnen im Februar 2000 und enden im Frühling 2003. Ein Zeitraum, in dem die österreichische Nachkriegszeit endgültig zu Ende ist und etwas Neues begonnen hat: eine neue Welt-, Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Das Tagebuch als Blackbox. Wer sie wohl findet nach dem Absturz?

"5.1.02
Das milchige Licht der Straßenlaternen im dunklen Nebel. Weit unter Null. Kein Vogel fliegt. Die Stromleitungen gespannt wie die Saiten einer Violine. Eiszapfen exakt kegelförmig wie aus einem Lehrbuch für Darstellende Geometrie. Dass ich Lust hätte, mir ein Bärenfell umzulegen und übers Land zu streifen. Wie Astrid im Sterbebett lag, schon jenseitig und ich leise sang, ein leiser, kindlicher Singsang, mir fiel nichts Besseres ein, ich hatte schon alles zu ihr gesagt, so wollte ich sie zurückholen, mit meinem Singen, so wollte ich sie zurückholen. Nachts minus fünfzehn Grad. Lebensmüde: ein wunderschönes Wort, auch Gram und vergrämt sein. Oder: bärbeißig und Labsal."

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