Carolina Schutti

Patagonien

Roman

Erscheinungsdatum: Februar 2020
Hardcover mit Schutzumschlag, ca. 144 Seiten
Preis: ca. € 18,90
ISBN 978-3-902866-85-1

Eine Schotterpiste. Ein Dach. Ein Haus. Ein Camp. Fünf Menschen am äußersten Zipfel Patagoniens, wo kein Weg mehr weiter führt. Wer das Ende der Welt sucht: Hier ist es. Im Sommer hell und licht, im Winter vollkommen abgeschnitten von der Zivilisation, gefangen in Schnee und Dunkelheit. Eine Landschaft, in der ein zweites Leben begonnen werden soll. Ein idealer Ort, um die Vergangenheit zu begraben und Neues aufzubauen. Carolina Schutti setzt in „Patagonien“ ihre Figuren am Ende der Welt aus und beobachtet, wie es weiter geht – oder besser: Wie alles endet.

„Ein Bild: Er ist noch ein Kind, die Eltern nehmen ihn zu einer Abendveranstaltung mit. Tänzer soll es geben und ein kleines Orchester, Jongleure und Artisten. Es ist laut, Farben und Körper wirbeln durcheinander, es wehen Stoffbahnen, Glitter schwirrt durch die Luft, und auf einmal wird es dunkel und still, ein schmaler Mann tritt auf in schwarzem, fallendem Gewand, er hebt einen Stab vom Boden auf, einen zweiten, noch einen und noch einen, legt den ersten auf seinen ausgestreckten Zeigefinger, den zweiten auf den ersten und immer so fort, bis er selbst die Achse eines gigantischen, sich sachte drehenden Mobiles ist. Es dauert, es dauert lang, und doch hört man vom Publikum kein Wort, es hält den Atem an, bis der letzte Stab an seinem Platz ist, bis irgend jemand mit dem Applaus beginnt, bis alles wieder zu Boden fällt und ein Tänzer herbeieilt, um die Stäbe einzusammeln.“

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