Peter Landerl

Vier mal ich

Roman

Erscheinungsdatum: Februar 2018
Hardcover mit Schutzumschlag, 160 Seiten
Preis: € 18,90
ISBN 978-3-902866-60-8

In seinem neuen Roman Vier mal ich erzählt Peter Landerl die Geschichte der schon reiferen Hauptfigur Aurélien, ein dem universitären Leben überdrüssig gewordener, einsamer Literaturwissenschaftler, der sich nach dem Verlust seiner Liebe Maren (durch Trennung), seines Vaters (an Krebs) und seines Sohnes (an seinen Stiefvater) in einer tiefen Identitätskrise befindet. Sein lange gehegter Wunsch nach einer festen Stelle verkehrt sich im Augenblick des Erreichens ins Gegenteil. Von Büchern fühlt er sich angegriffen, eine existentielle Leere scheint sich in seinem Leben auszubreiten. In den mittleren Lebensjahren macht er die Erfahrung, dass das Leben auch bittere Noten enthält, da es sonst nicht irdisch wäre, hat das Gefühl ausbrechen zu müssen. Im Kino, im Botanischen Garten und in einer neuen, schnell vertrauten Beziehung mit Alice findet er vorübergehend Ruhe. Peter Landerl vereint in diesem im Elsass spielenden Roman Tradition und Moderne. Mühelos und zeitkritisch setzt er Welten in Verbindung, knüpft an die Überlieferung der Religion ebenso an wie an den legeren Tonfall moderner Popkultur und wechselt ungezwungen die Stimmungen und Tonlagen: Ein Dialog von hoher Musikalität und Unmittelbarkeit über die Zeiten hinweg, ein Roman am Nerv der Zeit.

„Eine Runde von zehn Leuten, die meisten Universitätsdozenten. Es gab ein skandinavisches Gericht, eine Art Kartoffelgratin mit Fisch. Wir tranken einen Riesling aus Eguisheim. Man redet dies und das, dann kommt die Frage auf die elsässische Identität und eine Literaturwissenschaftlerin aus Lyon und eine Linguistin aus Paris schimpfen darauf, dass die Elsässer abweisend seien, ignorant und fremdenfeindlich. Ich bleibe ruhig, schalte mich dann doch ein und argumentiere und erkläre, versuche ruhig zu bleiben, doch resigniere, weil mir wieder bewusst wird, wie wenig die regionalen Eigenheiten zählen in Frankreich, wie ignorant die Franzosen aus dem Inneren oft sind und wie skeptisch sie dem Elsass gegenüberstehen. Es ist doch klar, dass der Zentralismus zur Gleichmacherei führt, dass das Elsass, auf das von links wie rechts des Rheins eingeknüppelt wurde, sich duckt und wegduckt und versteckt und stumm bleibt und heimlich nach Deutschland schaut und sich dafür schämt. Es hat Freunde jenseits und diesseits des Rheins, es wird besucht und dabei bewundert, aber verstehen will es keiner.“

...