Hans Moser

Wie eine Feder leicht

Oswald von Wolkenstein – Lieder und Nachdichtungen
Mit Radierungen von Markus Vallazza

Erscheinungsdatum: September 2012
Hardcover mit Schutzumschlag, 304 Seiten, inkl. Originaltexten
Preis: € 19,90
ISBN 978-3-902866-05-9

Oswald von Wolkenstein (1376–1445) ist einer der bekanntesten und bedeutendsten Dichter des Mittelalters, ein glänzender Unterhalter und polyglotter Weltmann, dessen Lieder bis heute kaum an Frische verloren haben. Nicht nur die abenteuerlichen, politische Ereignisse widerspiegelnden Gedichte mit autobiographischem Hintergrund, die amüsanten, ironischen Liebes- und Antiliebeslieder oder die verspielten Frühlingspastourellen, sogar die geistlich verankerten Gesänge muten in vielem überraschend modern an. Sein poetischer Sprachstil ist spielerisch, oft fragmentarisch und extrem verknappt – ein Telegrammstil, der mehr andeutet als ausführt und primär nach dem Sprachklang organisiert ist. Schon in jungen Jahren wies Hans Moser diese Seite der Lyrik Oswald von Wolkensteins wissenschaftlich nach. Jetzt versucht er, sie ohne vordergründige Aktualisierung im Neuhochdeutschen nachzubilden. Noch nie wurden dem heutigen Leser diese Gedichte in einer so zeitgemäßen und musikalischen Sprache nahe gebracht: spannend, unterhaltsam und berührend, nah und fern zugleich.

"Nicht nur das Land mich reisend fand: ich war zu Gast
auf manchem Schiff, wenn Sturmwind pfiff um Bug und Mast,
hab dort an Bord in Süd und Nord die See durchrast,
das Schwarze Meer zwang mich ein Fass zu schnappen,
als von den Wogen hinabgezogen mein Schiff zerschellt.
Mein Handelsgut lag in der Flut, mein ganzes Geld!
Ich überlebt’, die Ware strebt’ zur Unterwelt,
ich schwamm, bis ich ans Ufer konnte tappen."

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